Ferhat Kacmaz, HUNDREDHANDS und die neue Arbeitsteilung zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz
Die Zahlen sind groß genug, um Unternehmer aufmerksam zu machen. Das World Economic Forum erwartet bis 2030 weltweit rund 170 Millionen neue Arbeitsplätze und zugleich etwa 92 Millionen verdrängte Stellen. Netto ergäbe das ein Plus von 78 Millionen Jobs. Noch wichtiger ist eine andere Zahl: Rund 39 Prozent der heute benötigten Fähigkeiten könnten sich bis 2030 verändern oder an Bedeutung verlieren.
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht, ob es künftig noch Arbeit geben wird. Sie lautet: Wie verändert sich die Arbeit im eigenen Unternehmen und ist das Unternehmen darauf vorbereitet? Genau an dieser Stelle setzt Ferhat Kacmaz mit HUNDREDHANDS an. Seine Idee ist klar: Künstliche Intelligenz soll im Unternehmen nicht nur gelegentlich assistieren. Sie soll als digitaler Mitarbeiter konkrete Aufgaben übernehmen können und dadurch menschliche Beschäftigte entlasten. Für viele Unternehmer trifft diese Idee auf ein sehr reales Problem.
Der Mittelstand benötigt Unterstützung – und zwar jetzt
Deutschland diskutiert gleichzeitig über schwache Konjunktur und Fachkräftemangel. Das klingt widersprüchlich, ist aber Realität. Nach aktuellen Zahlen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung konnten im Jahr 2025 rechnerisch rund 369.500 offene Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte nicht besetzt werden. Etwa jede dritte offene qualifizierte Stelle blieb damit rechnerisch unbesetzbar. Besonders stark trifft das kleine und mittlere Unternehmen. Eine KOFA-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass 71,7 Prozent der deutschen Fachkräftelücke auf KMU entfallen. Rechnerisch fehlten dort zuletzt mehr als 281.000 qualifizierte Arbeitskräfte.
Auch die Bundesagentur für Arbeit sieht trotz schwacher Konjunktur weiterhin erhebliche Engpässe. Für 2025 identifizierte sie 157 Berufsgattungen mit Fachkräfteengpässen. Rund die Hälfte der gemeldeten Stellenangebote entfiel auf solche Engpassberufe. Genau hier wird die Diskussion über digitale Mitarbeiter plötzlich sehr konkret. Viele Unternehmer möchten gar kein Personal abbauen. Sie finden schlicht nicht genügend Personal.
HUNDREDHANDS trifft damit einen Nerv der Unternehmerschaft
Ein Handwerksbetrieb hat Aufträge, aber im Büro fehlt Unterstützung. Eine Kanzlei könnte mehr Mandate betreuen, wenn qualifizierte Mitarbeiter weniger Zeit mit Routinen verbringen müssten. Ein Mittelständler möchte wachsen, doch mit jedem neuen Kunden wächst auch die Verwaltung. Angebote, E-Mails, Dokumentation, Recherche, Rechnungen und Terminorganisation verschwinden schließlich nicht von allein. Ferhat Kacmaz setzt genau dort mit HUNDREDHANDS an.
Der digitale Mitarbeiter soll Arbeit übernehmen, die heute menschliche Kapazität bindet. Der Unternehmer soll dabei nicht erst zum KI-Spezialisten werden müssen. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen einem weiteren KI-Tool und der Idee hinter HUNDREDHANDS. Ein Tool wartet darauf, bedient zu werden. Ein digitaler Mitarbeiter bekommt einen Auftrag.
„Was kann mein digitaler Mitarbeiter übernehmen?“
Für Unternehmer könnte das zu einer der wichtigsten Managementfragen der kommenden Jahre werden. Nicht jede neue Aufgabe muss automatisch eine neue Stelle bedeuten. Ebenso wenig sollte jede automatisierbare Tätigkeit sofort einem Menschen entzogen werden. Entscheidend ist eine kluge Arbeitsteilung.
Ferhat Kacmaz formuliert seine Sicht sehr zugespitzt. Über HUNDREDHANDS sagte er:
„What we take away is the work no human wanted in the first place.“
Seine Vorstellung ist damit klar: Digitale Mitarbeiter sollen vorwiegend jene wiederkehrenden Arbeiten auffangen, die Menschen Zeit nehmen und qualifizierte Beschäftigte von höherwertigen Tätigkeiten abhalten. Genau hier muss sich diese Vision in der Praxis beweisen. Denn selbstverständlich gehören auch Routinearbeiten zu Berufen und Lernprozessen. Trotzdem ist die wirtschaftliche Richtung nachvollziehbar: Wenn ein digitaler Mitarbeiter Vorarbeit übernimmt, gewinnt der Mensch Zeit für Beratung, Beziehung, Kreativität, Kontrolle und Entscheidung.
Die Arbeitsmarktdaten sprechen bislang nicht für eine flächendeckende Jobvernichtung
Die aktuelle Forschung zeichnet ein wesentlich differenzierteres Bild als viele Schlagzeilen. Das Stanford Digital Economy Lab wertete Lohndaten von Millionen Beschäftigten in den USA bis Juni 2026 aus. Die Forscher fanden keine Hinweise auf eine breite gesamtwirtschaftliche Verdrängung von Arbeitsplätzen durch KI. Gleichzeitig gibt es Warnzeichen. Bei 22- bis 25-Jährigen in besonders KI-exponierten Berufen lag die Beschäftigung rund 19 Prozent unter dem Niveau, das zu erwarten gewesen wäre, wenn sie sich ähnlich entwickelt hätte wie bei Gleichaltrigen in weniger KI-exponierten Berufen. Die Forscher sehen den Effekt vordergründig bei Neueinstellungen. Sie betonen ausdrücklich, dass ihre Daten Zusammenhänge zeigen, aber keinen vollständigen Kausalnachweis dafür liefern, dass KI allein diese Entwicklung verursacht hat. Das ist für Unternehmer ein wichtiges Signal. Digitale Mitarbeiter werden Arbeit verändern. Die Frage ist, wie Unternehmen diesen Wandel gestalten.

Transformation ist wahrscheinlicher als vollständige Ersetzung
Auch die Internationale Arbeitsorganisation ILO kommt zu einem differenzierten Ergebnis. Weltweit arbeitet ungefähr jeder vierte Beschäftigte in einem Beruf, der in einer Form generativer KI ausgesetzt ist. In Ländern mit hohen Einkommen liegt dieser Anteil bei 34 Prozent. Besonders stark betroffen sind Büro- und Verwaltungstätigkeiten. Entscheidend ist die Schlussfolgerung der ILO: Transformation von Berufen ist wahrscheinlicher als vollständige Ersetzung. Das passt unmittelbar zur Idee digitaler Mitarbeiter.
Der Vertriebsmitarbeiter bleibt beispielsweise wichtig, verbringt aber weniger Zeit mit CRM-Pflege, Recherche oder Angebotsvorbereitung. Die Steuerfachangestellte kann sich stärker auf Prüfung und Mandantenfragen konzentrieren, wenn Vorarbeiten digital erledigt werden. Der Unternehmer erhält mehr Überblick, wenn Informationen bereits aufbereitet vorliegen, und die Tätigkeit bleibt, aber ihre Zusammensetzung verändert sich.
Klarna zeigt, wie groß der Produktivitätseffekt bereits sein kann
Ein besonders anschauliches Beispiel liefert Klarna. Der Zahlungsdienstleister gab in seinem Jahresbericht 2025 an, dass sein KI-Assistent 80 Prozent aller Kundenservice-Chats bearbeitet habe. Seit seiner Einführung habe der Assistent rund 31 Millionen Gespräche geführt. Klarna schätzt, dass damit Arbeitsvolumen im Umfang von mehr als 700 Vollzeitkräften abgedeckt wird. Die gemeldeten Kosteneinsparungen für 2024 lagen bei rund 39 Millionen US‑Dollar. Noch interessanter ist die Produktivitätsentwicklung. Der durchschnittliche Jahresumsatz pro Mitarbeiter stieg bei Klarna nach Unternehmensangaben von etwa 344.000 US-Dollar im Jahr 2022 auf rund 1,24 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. Natürlich lässt sich dieser Anstieg nicht allein auf künstliche Intelligenz zurückführen; auch Wachstum, Skaleneffekte und andere Maßnahmen spielten eine Rolle. Klarna selbst führt KI jedoch ausdrücklich als wichtigen Effizienztreiber an. Diese Zahlen zeigen, worum es Unternehmern gehen wird: Wie viel mehr kann ein Mensch leisten, wenn ein Teil der digitalen Arbeit von digitalen Mitarbeitern übernommen wird?
Genau hier liegt das Gamechanger-Potenzial von HUNDREDHANDS
Große Konzerne können eigene KI-Abteilungen aufbauen. Sie können Entwickler, Datenwissenschaftler und Berater beschäftigen und Millionen in Automatisierung investieren. Aber der Mittelstand benötigt einen anderen Zugang. Die mittelständischen Unternehmen benötigen Technologie, die ihnen Arbeit abnimmt, ohne zunächst selbst neue Komplexität zu erzeugen. Ferhat Kacmaz möchte mit HUNDREDHANDS genau diese Lücke schließen. Der Unternehmer soll im besten Fall nicht darüber nachdenken müssen, welches Modell eine Aufgabe ausführt oder welche technische Architektur dahintersteht.
Unternehmer beschreiben, was erledigt werden soll, und der digitale Mitarbeiter übernimmt definierte Aufgaben und gibt jene Punkte zurück, bei denen menschliches Urteilsvermögen oder eine Freigabe erforderlich sind. Das ist der entscheidende Schritt: Aus künstlicher Intelligenz soll nutzbare Arbeitskapazität werden.
Besonders im Handwerk wird die Dimension sichtbar
2025 konnten nach einer aktuellen KOFA-Auswertung allein in deutschen Handwerksberufen weiterhin knapp 100.000 offene Fachkräftestellen rechnerisch nicht besetzt werden. Ein Installateur benötigt deshalb vorwiegend Installateure. Wenn sein vorhandenes Team gleichzeitig Stunden mit Terminabstimmungen, Dokumentationen oder administrativen Vorgängen verliert, entsteht genau jene Lücke, in die digitale Mitarbeiter hineinwachsen können.
Die Idee wäre nicht, aus einem digitalen Mitarbeiter einen Installateur zu machen. Die Idee lautet: Der Installateur soll wieder mehr Zeit für die Arbeit haben, die nur er erledigen kann. Dieses Prinzip lässt sich auf viele Branchen übertragen. Und gerade darin steckt gesellschaftlicher Mehrwert.
Vertrauen entscheidet über Erfolg oder Scheitern
Natürlich reicht Produktivität allein nicht. Ein Unternehmer überträgt einem digitalen Mitarbeiter Kundendaten, Dokumente und Aufgaben und dafür benötigt er Vertrauen. Er muss nachvollziehen können, welche Zugriffe möglich sind, welche Entscheidungen vorbereitet werden und an welchen Stellen menschliche Freigaben notwendig bleiben. HUNDREDHANDS positioniert seinen digitalen Mitarbeiter deshalb mit Kontrollmechanismen und definierten Grenzen. „Das ist für die Zukunft entscheidend, denn die überzeugendste KI wird nicht zwangsläufig jene sein, die am meisten selbstständig erledigt“, so Ferhat Kacmaz. Für Unternehmer dürfte jene Lösung wertvoller sein, die spürbar entlastet und gleichzeitig kontrollierbar bleibt.
Ferhat Kacmaz setzt deshalb auf einen anderen Blick auf die Zukunft
Ferhat Kacmaz erwartet, dass digitale Kollegen in Unternehmen in wenigen Jahren wesentlich normaler werden. Wann dieser Zeitplan exakt eintritt, wird sich absehbar zeigen, denn die wirtschaftlichen Daten sprechen dafür, dass Unternehmer das Thema nicht ignorieren sollten. Mehr als 369.000 rechnerisch unbesetzbare Fachkräftestellen in Deutschland, fast drei Viertel der Fachkräftelücke bei KMU und gleichzeitig eine Technologie, die bereits heute große Teile digitaler Routinearbeit übernehmen kann: Diese Entwicklungen treffen gerade aufeinander. Daraus entsteht eine neue unternehmerische Frage: Welche Arbeit müssen meine Menschen wirklich selbst erledigen und wo kann ein digitaler Mitarbeiter ihnen wertvolle Zeit zurückgeben? Genau diese Frage kann HUNDREDHANDS für Unternehmen konkret machen.
Die Zukunft verlangt keine Angst – sie verlangt Entscheidungen
Die Zahlen sprechen nicht für eine Welt ohne Arbeit, aber sie sprechen für eine Welt, in der Arbeit auf andere Art verteilt wird. Unternehmer können diesen Prozess ignorieren. Oder sie können früh lernen, menschliche und digitale Mitarbeiter sinnvoll miteinander arbeiten zu lassen. Ferhat Kacmaz positioniert HUNDREDHANDS genau an dieser Schwelle. Die große Chance liegt darin, Fachkräftemangel, steigende Arbeitslast und technologischen Wandel nicht als drei getrennte Probleme zu betrachten. Sie können gemeinsam gedacht werden. Digitale Mitarbeiter übernehmen geeignete Aufgaben. Menschen gewinnen Zeit für jene Tätigkeiten, bei denen Erfahrung, Persönlichkeit und Verantwortung zählen. Unternehmen gewinnen zusätzliche Kapazität.
Wenn HUNDREDHANDS dieses Versprechen zuverlässig, transparent und sicher in den Alltag mittelständischer Unternehmen übersetzen kann, liegt darin sein eigentliches Gamechanger-Potenzial. Dann wäre der digitale Mitarbeiter keine abstrakte Zukunftsvision, sondern er wäre eine sehr konkrete Antwort auf eine Frage, die heute bereits Tausende Unternehmer beschäftigt: Wie schaffe ich mehr Arbeit, wenn mir dafür die Menschen fehlen?
Fazit: Arbeit verschwindet nicht – sie wird neu verteilt
Die eigentliche Botschaft vieler Zahlen und Prognosen ist weder beruhigend noch bedrohlich. Sie ist anspruchsvoller: Arbeit bleibt, aber ihr Wert verschiebt sich. Wenn bis 2030 Millionen neue Stellen entstehen und gleichzeitig Millionen andere verdrängt werden, zeigt das vordergründig eines: Die Wirtschaft steht vor einer Neuordnung. Routinen, Vorbereitung und digitale Fleißarbeit werden stärker von künstlicher Intelligenz übernommen. Menschliche Arbeit gewinnt dort an Bedeutung, wo Erfahrung, Urteilskraft, Verantwortung, Beziehung und Vertrauen gefragt sind.
Genau hier setzt Ferhat Kacmaz mit HUNDREDHANDS an. Der digitale Mitarbeiter soll Unternehmen zusätzliche Kapazität geben und menschliche Mitarbeiter von Aufgaben entlasten, die Zeit binden und Wachstum ausbremsen. Entscheidend wird sein, diese neue Arbeitsteilung bewusst zu gestalten. Für Unternehmer lautet die zentrale Frage deshalb nicht mehr: Wie viele Jobs verschwinden? Sie lautet: Welche Aufgaben sollten Menschen künftig selbst übernehmen und welche können digitale Mitarbeiter zuverlässig erledigen?
Wer diese Frage früh beantwortet, kann Fachkräftemangel abfedern, Produktivität steigern und zugleich neue Freiräume für menschliche Arbeit schaffen. Die Zukunft der Arbeit entscheidet sich deshalb nicht zwischen Mensch oder Maschine. Sie entscheidet sich daran, wie klug Menschen und digitale Mitarbeiter miteinander arbeiten. Und genau darin liegt das strategische Potenzial von HUNDREDHANDS: nicht Arbeit abzuschaffen, sondern Arbeit neu zu verteilen, mit dem Ziel, Unternehmen leistungsfähiger und menschliche Arbeit wertvoller zu machen.
Autor: Dr. Rainer Schreiber, Dozent Erwachsenenbildung & Personalberater
Über den Autor:
Personalberater und Honorardozent Dr. Rainer Schreiber mit Studium der Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Finanzierung, Controlling, Personal- und Ausbildungswesen. Fokus liegt auf den Themen Bildung, Weiterbildung und Karrierechancen. Sein Interesse liegt in der beruflichen Erwachsenenbildung und er publiziert zum Thema Personalberatung, demographischer Wandel und Wirtschaftspolitik
Kontakt:
HUNDREDHANDS ist ein Produkt und eine Marke der:
Firma HUNDREDHANDS AI – FZCO
FZCO (Free Zone Company), Vereinigte Arabische Emirate
IFZA Properties, Premises DSO-IFZA
Dubai Silicon Oasis
Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Geschäftsführer Ferhat Kacmaz
E‑Mail: hello@hundredhands.io
WEB https://hundredhands.io/
Über Ferhat Kacmaz:
Ferhat Kacmaz ist SPIEGEL-Bestsellerautor, Unternehmer und Investor. Seit mehr als zwei Jahrzehnten baut er Unternehmen auf und beschäftigt sich mit der Frage, wie technologische und wirtschaftliche Umbrüche früh erkannt und unternehmerisch genutzt werden können.
Heute lebt Kacmaz in Dubai und arbeitet an internationalen Projekten rund um digitale Infrastruktur, Bitcoin-Mining, Vermögensstrategien und künstliche Intelligenz. Mit HUNDREDHANDS richtet er seinen Blick auf die nächste Entwicklungsstufe der Arbeitswelt: digitale Mitarbeiter, die nicht nur assistieren, sondern innerhalb klar definierter Grenzen Aufgaben übernehmen sollen. Dabei interessiert ihn weniger die kurzfristige Faszination für neue KI-Modelle als die größere Frage dahinter: Wie verändern sich Unternehmen, Verantwortung und menschliche Arbeit, wenn künstliche Intelligenz selbst zum handelnden Teil einer Organisation wird? Sein Ansatz: Zukunft sollte nicht nur beobachtet werden. Sie muss verstanden, kritisch geprüft und verantwortungsvoll gestaltet werden.